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06.06.2018

Sprachreise Eisenach 2018

Wartburg - Elisabethteppich / Foto: Wartburg Stiftung

Wartburg - Elisabethteppich / Foto: Wartburg Stiftung




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Kommentare dazu:

Catherine schrieb am 26.06.2018:
Der Sommer war endlich angekommen, als wir drei schöne Tage bei herrlichem Wetter in Eisenach verbrachten.
Freitag lieferte unser lieber Martin Luther uns den Auftakt unserer Sprachreise: „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt.“ Und danach fuhren wie hoch auf die Wartburg.

Die detaillierte und fachmännisch vollzogene Führung durch die Burg gefiel uns allen. Die 1999 in die UNESCO- Liste des Welterbes aufgenommene Wartburg wurde 1067 durch Ludwig den Springer gegründet. Sie war Schauplatz verschiedener interessanter und weltbekannter Geschichte.

Der Sängerwettstreit mit Walther von der Vogelweide (der sogenannte Sängerkrieg) am Hof des Landgrafen Hermann I. um 1200 soll hier stattgefunden haben.
Auch war die Wartburg der Wohnsitz der Heiligen Elizabeth (1207-1231). Elizabeth war ihrer Zeit voraus – ein Vorbild für heutige emanzipierte Frauen. Die ungarische Königstocher, als Kind aus der Heimat geschickt, heiratete mit dreizehn Jahren den Landgrafen Thüringens. Sie war angeblich ein lebhaftes, willensstarkes Kind mit einer ausgeprägten Frömmigkeit. Die Ehe war glücklich und das Ehepaar kümmerte sich um Bedürftige und Kranke und gründete ein Hospital. Nach dem frühen Tod Ludwigs gab Elizabeth alles, was sie hatte, den Armen: „Nun soll mir die ganze Welt und aller Reichtum und alles Ansehen gestorben sein.“ Den Rest ihres Lebens (sie verstarb in Alter von 24 Jahren) widmete sie den Armen. Drei Jahre später wurde sie heiliggesprochen.

1521 fand Martin Luther auf der Wartburg Schutz. Von dem Kaiser Karl V. vogelfrei erklärt, wurde er im Thüringer Wald “entführt” – ein Scheinattentat vom sympathisierenden Friedrich den Weisen arrangiert. Luther lebte und arbeitete 10 Monate auf der Wartburg. In der Rolle des Junker Jörg veränderte er sein Aussehen und begann die Bibel zu übersetzen. Die erhebliche Bedeutung und weitere Auswirkungen Luthers Leistung werden später diskutiert.

Nach jahrelangem Verfall “entdeckte” Goethe 1777 die Burg wieder und errichtete ein Museum. Seitdem inspiriert die Wartburg, mit ihrem mittelalterlichen und romantischen Bau und schöner Ausschmückung, mehrere Generationen.

Unten in der Stadt lernten wir im Luthermuseum mehr über die Welt und das Leben Luthers. Das Museum befand sich in einem alten, für das Reformationsjubiläum völlig sanierten, Fachwerkhaus. Hier sollte Luther als Schüler 1498 bis 1501 gewohnt haben.

Die Dauerausstellung, Luther und die Bibel, zeugte sowohl von der Borniertheit der damaligen Kirche und Obrigkeit als auch von der aufgeklärten Weltsicht Luthers. Die Bedeutung seiner Bibelübersetzung für die Gründung einer modernen deutschen Sprache ist auch nicht zu unterschätzen.

Der Samstag fing mit einem Besuch des Bachhauses an. Johann Sebastian Bach wurde am 21. März 1685 in Eisenach geboren and blieb bis zu seinem 10. Lebensjahr in der Stadt. Das ganze Museum ist Bachs Leben und seiner Musik gewidmet. Die Wohnräume sind authentisch ausgestattet und von einem Museumsführer wurden historische Musikinstrumente von Bachs Zeit vorgestellt und auch gespielt.

Danach erlebten wir die Stadt durch die Augen unserer Stadtführerin. Sie erzählte von Eisenach der Vor- und Nachkriegszeit und teilte viele interessante und persönliche Einblicke in das Alltagsleben der DDR während der Russenbesatzungszeit mit. Mit Weltkultur und viel Geschichte, schönen Häusern und Plätzen bot uns Eisenach viel! Besonderes, beeindruckend war auch die Georgenkirche, wo Luther als Kurrende Sänger im Chor sang und Bach getauft wurde.

Mittagessen assen wir draussen im Sonnenschein und danach kamen wir wieder zu Kräften, um zum Burschenschaftsdenkmal auf einer Anhöhe über den Dächern des Eisenacher Villenviertels hinaufsteigen zu können. Das Denkmal erinnert an diejenigen, die im 19. Jahrhundert für Einheit und Freiheit kämpften.

An einem schönen Frühlingsabend endete unsere Reise mit einem Konzert im imponierenden Rittersaal auf der Wartburg. Der junge und höchst begabte österreichische Pianist Aaron Pilsan (geb. 1995) spielte Bachs „Wohltemperierte Klavier (BWV 870-893 Band 2)“. Unvergesslich!

Am Sonntag mussten wir wegfahren. Was hatten wir gelernt? Natürlich viel über Bach, Luther und die Heilige Elizabeth. Aber auch etwas anderes, dass, wenn man reist, man sich einem Risiko aussetzen muss und über den Tellerrand hinaussehen lernt; so Stephan Thome (geb. 1972).

An Goethes Zitat über das Reisen erinnern wir uns immer wieder: Für Naturen, wie die meine, die sich gerne festsetzen und die Dinge festhalten, ist eine Reise unschätzbar; sie belebt, berichtigt, belehrt und bildet.

Vielen Dank Margret für eine interessante Reise, die uns über den Tellerrand hinauszusehen zwang!



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